Digital Labs - Digitalisierung als Labor

Ideenschmieden der Digitalisierung

Funktionen von Digital Labs

Ideen zu Digital Labs wurden bereits zur Jahrtausendwende unter dem Begriff „Startup“ geboren. Viele waren nichts anderes als ein solches Labor: flexibel, schnell und agil, schreibt die Computerwoche (IDG). Doch anders als ein Startup, das vor allem eine Geschäftsidee verfolgt, schafft ein Digital Lab den erforderlichen kreativen Rahmen, um aus vielen unterschiedlichen Ideen innerhalb und außerhalb des Unternehmens die erfolgversprechendsten herauszufiltern und zu erproben.  Die Nach einer Studie der Crisp Research AG lassen sich die Funktionen von Digital Labs im Wesentlichen wie folgt zusammenzufassen:

  • Entwicklung und Design neuer digitaler Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle
  • Use Cases zur Optimierung und Digitalisierung interner Prozesse mittels moderner IT-und IoT-Lösungen
  • Wissensaustausch mit und Zugang zu Startups, Partnern und Software-Entwicklern
  • Identifikation von Investmentmöglichkeiten, um Markteinstieg in neue digitale Wachstumsmärkte zu beschleunigen

Einen Einblick gibt das Digital Lab Berlin des Volkswagenkonzerns: 

Das Digital Lab Berlin – Digitale Transformation des Volkswagen Konzerns

Das Volkswagen Digital Lab in Berlin ist ein Bestandteil der Strategie des Volkswagen Konzerns, sich den Herausforderungen der digitalen Transformation im Unternehmen zu stellen. Datengetriebene Dienste und Geschäftsmodelle werden zukünftig für Industrie und Gesellschaft einen zunehmend höheren Stellenwert bekommen. 

Typologie von Digital Labs

Digital Labs werden in einem Artikel des  IT-Wirtschaftsmagazin CIO in vier verschiedene Typen unterschieden: 

  • Innovation Labs sind unternehmenseigene Labs, die kreative Räume und Strukturen für eigene Mitarbeiter bereitstellen.
  • Company Builder sollen selbst Startups gründen und deren erste Wachstumsschritte begleiten.
  • Acceleratoren bieten Programme über mehrere Monate, für die sich externe Gründerteams bewerben können. Diese erhalten dann Unterstützung auf fast allen Ebenen.
  • Inkubatoren schließlich beteiligen sich an bestehenden Startups, sind aber im Gegensatz zu Acceleratoren langfristig angelegt.

Bei fast der Hälfte  der 61 neu gegründeten Labs handelt es sich um unternehmensinterne Innovation Labs, Acceleratoren sind mit 34 Prozent vertreten. Als Beispiel für ein Innovation Lab führt CIO „Rewe Digital“ an, eine Geschäftseinheit der Rewe Group. Einen Accelerator-Ansatz verfolgt hingegen das Verlagshaus Axel Springer, welches Gründern und ihren Teams ein Programm zur Verfügung stellt, das Startups zur Marktfähigkeit ihrer Geschäftsidee verhelfen soll. Die Deutsche Telekom gründete als einer der Ersten ein Digital Lab in Form eines Inkubators, um auf diesem Wege frühzeitig Innovationen und Wachstumsmärkte identifizieren und neue Geschäftsfelder betreten zu können. Themen sind dabei das Internet der Dinge, Mobile Commerce, Big Data oder Analytics.

Die Digital Co-Innovation Labs als Innovationsschmiede

Innovativ wird man nicht über Nacht. Vielmehr gehört Kreativität, Experimentierfreudigkeit und am Ende die beste Lösung finden dazu. In der Innovationsschmiede von Telekom und T-Systems, den Digital Co-Innovation Labs, können Unternehmen ihre innovativen Ideen und Konzepte gemeinsam mit Experten von T-Systems und den T-Labs in handfeste Projekte umsetzen. Dazu bieten die Digital Co-Innovation-Labs die perfekte Umgebung.

Digital Labs  im Hinblicke auf Unternehmenskultur und -organisation

Die obigen Beispiele zeigen bereits, dass ein digitales Lab kein statisches Konstrukt sein darf, sondern von permanenter Veränderung der Beteiligten sowie der Inhalte lebt. Die Einführung von Digital Labs zeigt weiterhin, dass sich vorhandenen Strukturen als zu starr zum Innovieren erwiesen haben.  Wie lassen sich also schwerfällige Organisationsstrukturen mit der Flexibilität der Digital Labs vereinbaren?  Denn gerade in dieser scheinbaren Unvereinbarkeit besteht für viele Unternehmen das Dilemma: „Einerseits sollen Mitarbeiter, Teams und die Organisation als Ganzes so schnell und flexibel reagieren können wie Start-ups, anderseits bleibt jedoch der Anspruch der Kunden nach Stabilität und Berechenbarkeit eines klassischen Unternehmens“, schreibt  Christian Piele im Blog des Frauenhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation.  Diese und weitere Problematiken der Digital Labs finden sich einem Artikel der Wirtschaftswoche deutlich artikuliert. 

Lösungsansatz Organisationale Ambidextrie

Die Lösung scheint in dem bereits 1976 geprägten Schlagwort „organisationale Ambidextrie“ zu liegen. Darunter wird unter anderem die Fähigkeit eines Unternehmens verstanden, gleichzeitig forschen (Exploration) und optimieren (Exploitation) zu können, um langfristig anpassungsfähig zu sein. Doch die konkrete Umsetzung dieser Idee sieht in den verschiedenen Organisationen und ihren denen ihn eigenen Labs jeweils unterschiedlich aus. 

Wie man Startup-Kultur und Stabilität vereint

Einerseits sollen Mitarbeiter, Teams und die Organisation als Ganzes so schnell und flexibel reagieren können wie Start-ups, anderseits bleibt jedoch der Anspruch der Kunden nach Stabilität und Berechenbarkeit eines klassischen Unternehmens
Christian Piele, Fraunhofer IAO

Samhammer AG – Beitrag zum Thema „Digital Labs“

Digital Labs – der Schlüssel zur digitalen Transformation?